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So entstehen Untertitel für Fernsehprogramme


Die Produktion und Ausstrahlung von Untertiteln ist eine personal- und kostenintensive Aufgabe. Bei den Fernsehsendern der SRG SSR idée suisse übt das SRG-Unternehmen SWISS TXT diese Aufgabe seit fast 25 Jahren aus. Was 1984 mit der Untertitelung des Papstbesuches in der Schweiz begann, ist heute zu einem umfassenden Service für alle jene Zuschauer geworden, welche die Fernsehprogramme nur dank Hilfe der Untertitel verstehen können.

Doch wie entstehen Untertitel? Fernsehen besteht im Wesentlichen aus zwei Arten von Programmen: live ausgestrahlten und aufgezeichneten Programmen. Die Produktion der Untertitel ist bei beiden Ausstrahlungsarten sehr eng mit jener des Fernsehprogramms verzahnt.

Live ausgestrahlte Programme

Auch eine live ausgestrahlte Sendung ist minuziös vorbereitet. So hat jede Sendung einen Ablauf, also eine Struktur, die bestimmt, was wann zur Ausstrahlung kommt. Viele Live-Sendungen haben zudem vorproduzierte Teile in Form von Einspielungen oder vorhandenen Text-Passagen. In der Vorbereitung auf eine Sendung ist es die Aufgabe des verantwortlichen Untertitlers, an die notwendigen Informationen zur betreffenden Sendung zu gelangen.

Bei der Tagesschau zum Beispiel legen die Fernseh-Journalisten ihre Texte auf einem sogenannten Redaktionssystem ab. Auf dieses haben auch die Untertitler Zugriff. Sie kopieren die Texte aber nicht einfach ins Untertitelsystem hinein, sondern korrigieren, kürzen und ergänzen die Texte teilweise. Für einige Programmteile wie Interviews mit Korrespondenten ist aber kein Text vorhanden. Hier kommt die Spracherkennung zum Zug. Sogenannte Re-Speaker sprechen den am Fernsehen gesprochenen Text nach, ein Computer wandelt die akustischen Signale in Worte um, die dann über das Untertitelsystem sofort über den Sender gehen.

Was ist ein Re-Speaker?

Ein Re-Speaker (deutsch Nach-Sprecher) spricht die am Fernsehen gesprochenen Texte nach. Mit einem besonderen Computerprogramm kann seine Stimme in Worte umwandelt und diese als Text ausgeben werden. Dazu muss der Re-Speaker aber die Fähigkeit besitzen, gesprochene Texte sofort in sendefähige Sätze umzusprechen. Zudem muss er so sprechen, dass sie vom Computerprogramm verstanden werden. SWISS TXT wendet diese Technik bei Live-Sendungen an. Damit diese Texte möglichst schnell über den Sender gelangen, werden diese Wort für Wort und nicht als Block ausgestrahlt.

In einer Webumfrage äusserte sich die grosse Mehrheit zufrieden mit dieser neuen Art der Untertitelung. Im Laufe des Jahres 2009 führt SWISS TXT zusammen mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW eine grossangelegte Forschung über das Verständnis der Live-Untertitelung durch.

Beim Re-Speaking können leicht Fehler passieren, da die gesprochene Sprache eine komplexe Angelegenheit ist. Eine nachträgliche Korrektur der Fehler hätte eine zu grosse Verzögerung zur Folge, weshalb wir darauf verzichten. Trotz der Schwierigkeiten ist diese Technik ein grosser Gewinn, weil so erstmals textintensive Live-Sendungen untertitelt werden können.

Aufgezeichnete Sendungen

Die Mehrheit der am Fernsehen ausgestrahlten Sendungen ist aufgezeichnet, oftmals auch solche, von denen der Zuschauer den Eindruck hat, die seien live. Fiktionale Inhalte wie Filme oder Theater sind praktisch immer aufgezeichnet.

Bei diesen Sendungen organisiert ein Disponent die Sendebänder, teilweise liegen die Sendungen auch als elektronische Datei vor. Einige sind schon Wochen vor der Ausstrahlung verfügbar, andere erst Stunden davor. Nachdem der Disponent das Sendeband technisch aufbereitet hat, muss er dafür sorgen, dass beim Zeitpunkt des Eintreffens des Sendebandes ein Untertitler bereit steht, der diese Sendung dann untertitelt. Die grosse Kunst des Untertitelns besteht nicht einfach darin, die gesprochenen Sätze abzutippen und an die richtige Stelle im Film zu setzen. Der Untertitler muss in der Lage sein, das gesprochene Wort in eine für Hörbehinderte verständliche Sprache umzusetzen, diese teilweise zu kürzen, ohne dass dabei Authenzität und Spontaneität der Sendung verloren geht. Der Film wird dann von einer anderen Person gegengelesen, das heisst auf Fehler und Unklarheiten hin kontrolliert.

 
Untertitlerin bei der Arbeit
Untertitlerin bei der Arbeit

Bei der Ausstrahlung liefert das Fernsehen elektronische Impulse, welche dem Untertitelungssystem mitteilen, dass die betreffende Sendung jetzt zur Ausstrahlung kommt. Das Untertitelungssystem liefert dann im richtigen Moment die richtigen Untertitel aus. Bisher wurden diese Impulse über das Teletext-Signal ausgestrahlt. Mittelfristig erfolgt die Ausstrahlung im digitalen Sendesignal.

Es kann vorkommen, dass vorbereitete Untertitel irrtümlicherweise nicht ausgestrahlt werden. Dies liegt meist daran, dass die vom Fernsehen gelieferten Impulse anders wie vereinbart geliefert werden. Das passiert zum Beispiel dann, wenn das Fernsehen in letzter Minute ein neues Sendeband mit einer anderen Nummer erhält und dies uns nicht mehr mitteilen kann. Durch regelmässige Kontrollen versuchen wir Fehler dieser Art zu vermeiden, ganz ausschliessen können wir dies aber nicht. Lin

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